Die Zirbeldrüse – Der magischste Ort in unserem Körper

By on 09/02/2017

Die Mythen über dieses Wundersame Organ mitten in unserem Gehirn überschlagen sich bereits seit Jahrstausenden. Schon alte Hochkulturen wussten von der Macht der Zirbeldrüse und verehrten sie.

Was ist die Zirbeldrüse?

Die Zirbeldrüse ist ein mythischer Ort zwischen Spiritualität und Bewusstsein, der Standort des ursprünglichen „Dritten Auges“. Sie fasziniert die Menschheit seitdem ihre Funktion und Bedeutung erkannt wurden. Es ist ebenso gut bekannt, dass die Zirbeldrüse besonders auf psychoaktive Substanzen anspricht.

Wofür ist die Zirbeldrüse da?

Während sie unumstritten wichtig ist, besitzt die Zirbeldrüse weder mystische noch übernatürliche Kräfte, auch wenn das viele Leute glauben möchten. Selbst große und renommierte Denker sind hier vom Glauben abgekommen, so wie unter anderem der Wissenschaftler und Philosoph Descartes, der die Zirbeldrüse als „den Sitz der Seele“ beschrieb.

In der Tat ist sie nur eine von vielen Drüsen, welche das endokrine System in Wirbeltieren umfasst, dessen Funktion stark in die Regulation der täglichen Rhythmen der Produktion von Hormonen eingebunden ist. Melatonin, das „Schlaf-Hormon“ ist dabei das wichtigste.
Jedenfalls gibt es ein paar Merkmale, die die Zirbeldrüse so einmalig und interessant machen. Lasst uns einen näheren Blick darauf werfen, welche Merkmale das sind.

Warum ist die Zirbeldrüse so besonders?

Die Zirbeldrüse ist das „Dritte Auge“ und hat somit einige Eigenschaften eines einfachen Sehorgans.

Die Annahme, dass die Zirbeldrüse ein „Drittes Auge“ der Wirbeltiere ist, hat ein paar Begründungen. Die Drüse besteht aus Zellen, die als Pinealozyten bekannt sind, welche in einigen nicht-Säuge-Wirbeltieren direkt auf Licht reagieren. Diese Fähigkeit ist sehr ähnlich mit der der Retinazellen, der Teil vom Auge, welcher das Licht direkt durch die Linsenöffnung empfängt.

Wissenschaftler fanden Fossilienarten, die Löcher ähnlich den Augenhöhlen in der hinteren Mitte des Schädels aufweisen, welche der Zirbeldrüse den direkten Lichtempfang ermöglicht. Genau genommen besitzen mehrere heutige Reptilien- und Fischarten immer noch ein funktionierendes „Drittes Auge“, so zum Beispiel die neuseeländische Brückenechse, deren zusätzliches Auge eine eigene Linse, eine Retina und eine Hornhaut besitzt! Es wird vermutete, dass dieses zusätzliche funktionierende dritte Auge in die tägliche und saisonale Produktion von Hormonen einbezogen ist.

Bei Säugetieren sind die Pinealozytem nicht dafür bekannt, direktes Licht aufzunehmen und somit gibt es keinen Beweis für ein funktionierendes „Drittes Auge“. Dennoch ist bekannt, dass die Pinealozyten der Säugetiere direkt mit der Retina verbunden sind, welche Signale sendet, um auf die verschiedenen Lichtlevel reagieren und somit den Tagesrhythmus zu regulieren. Wenn man also, in allem Respekt, den Begriff des Auges dehnt, könnte man immer noch behaupten, dass die Zirbeldrüse selbst für Säugetiere eine Art rudimentäres drittes Auge darstellt.

Ein interessanter Aspekt der Zirbeldrüse, der definitiv auf Säugetiere zutrifft, Menschen eingeschlossen, ist folgender: anders als der Großteil des Gehirns ist die Zirbeldrüse nicht vom Rest des Körpers durch die Blut-Gehirn-Schranke abgegrenzt. Es wird von reichlich Blut direkt von der hinteren Gehirnstromader durchströmt. Dies könnte etwas mit Aufnahmefähigkeit von psychoaktiven Substanzen zu tun haben.

Warum beeinflussen psychoaktive Substanzen oftmals die Zirbeldrüse?

Die neuseeländische Brückenechse besitzt ein funktionierendes drittes Auge für die Regulierung der täglichen Abläufe (Fotos)

Die Zirbeldrüse hat die perfekte Postion um alle möglichen Substanzen ungefiltert von der Blut-Gehirn-Schranke aufzunehmen und ist das Herz einer Reihe von Reaktionen die starten, wenn Noradrenalin, ein gut bekannter Neurotransmitter der für die Regulierung von Schlaf und Wachsamkeit verantwortlich ist, an die Rezeptoren in der Zirbeldrüse anbinden.

Wenn sich Noradrenalin an die Rezeptoren anbindet (bekannt als adrenerger Rezeptor), ist die Kette der hormonellen und enzymatischen Interaktionen welches resultiert, verantwortlich für das Aussenden des Signals wann es Zeit zum Schlafen und wann es Zeit für das Individuum ist, aufzuwachen und aktiv zu werden. Darum ist diese Kette tief in die Einstellungen der „Stimmung“ eines Einzelnen verwickelt und reagiert auf die Herausforderungen des kommenden Tages, sowie es versichert dass genug Schlaf in ausreichender Qualität und Dauer regelmäßig erzielt wird.

Offensichtlich ist die Zirbeldrüse wesentlich für die Erhaltung der Gesundheit, einer positiven Einstellung verantwortlich und ist sehr auf den generellen emotionalen Status bedacht. Wenn Menschen psychiatrische Drogen nehmen, hat es einen Effekt auf diese komplexe Kette von Aktionen in der Zirbeldrüse, sowie viele andere Bereiche des Gehirns, um eine subjektive änderbare Vorstellung zu gewährleisten.

Ein Beispiel ist die Wichtigkeit der Zirbeldrüse im Bereich der psychiatrischen Gesundheit in Bezug auf die „Wintermelancholie“ Krankheit, eine saisonabhängige Gemütskrankheit (oft abgekürzt SAD). Die Tatsache, dass helles Licht ein verbreitetes Gegenmittel für SAD ist, legt nahe, dass die Zirbeldrüse und das dazugehörige lichtempfindliche Hormon Melatonin damit zu tun haben. Weitergehend lässt die Tatsache, dass ein geringes Lichtlevel dramatische psychologische Symptome hervorrufen kann darauf schließen, dass die Zirbeldrüse grundlegend und generell mit der psychischen Gesundheit verbunden ist, und dass die Disfunktion die Ursache für andere geistige Störungen verantwortlich ist.

Die Zirbeldrüse ist nach einem Tannenzapfen benannt (Southernpixel-Alby Headrick)

Forschungen an Ratten haben gezeigt, dass die Zirbeldrüse ein funktionierendes Endocannabinoides System beinhaltet, in welchem die Cannabinoiden Rezeptoren 1 und 2 und die endogenen Liganden die sich an ihnen binden Anandamid und 2-AG alle vorhanden sind.

Die Forschungen zeigten dass die Aktivität des CB?-Rezeptors nach einem täglichen Zyklus variiert, welcher den Punkt der geringsten Aktivität gegen Ende der Tageslichtperiode erreicht. Es zeigt auch, dass das Level eines Enzyms welches für das Synthetisieren von neuen Endocannabinoiden Molekülen, NAPE-PLD, verantwortlich ist, in der Mitte der dunklen Periode reduziert wird.

Weiterführend zeigte die Studie, dass die Anwesenheit von THC die Aktivitäten der als AANAT bekannten Enzyme reduziert und dadurch das Synthetisieren von Melatonin ebenfalls. Eine frühere Untersuchung an Ratten zeigte, dass THC die Aktivität von ANAAT reduziert und ging davon aus, dass die auftretenden Mechanismen wie folgt aussahen: der Neurotransmitter Noradrenalin initiiert die Kette von Reaktionen, die in der Produktion von Melatonin resultiert. THC unterbricht die Noradrenalin-Kette und reduziert dadurch die Produktion von Melatonin.

Es ist üblich, dass die endogenen Nachbildungen Anandamide des THC eine ähnliche Wirkung auf die Reduktion der durch das Noradrenalin ausgelöste Freigabe von Melatonin haben und dadurch grundlegend in die Funktionen der Zirbeldrüse eingreifen. Es scheint so, dass niedrige Level von Anandamiden oder THC gebraucht werden, damit die Melatoninproduktion gesteigert werden kann. Während der Melatonin-Pegel steigt, wie es normalerweise am Ende eines Tages der Fall sein sollte, sollten Gefühle von Schläfrigkeit hervorgerufen werden.

Die Zirbeldrüse ist ein Teil eines komplexen und faszinierenden Systems

Während wir weit davon entfernt sind das komplexe Netzwerk der chemischen Stoffe, welche mit dem Gehirn interagieren zu verstehen, fangen wir an einen einfachen Plan zu entwickeln, wie all diese miteinander verbundenen Prozesse zusammenpassen. Es wird zunehmend klarer, dass das Endocannabinoid System ein grundlegend wichtiges Nachrichtensystem ist, welches dabei hilft Verbindungen zwischen verschiedenen Teilen des Gehirns miteinander zu verbinden. Viele arbeiten zusammen um uns eine subjektive Erfahrung des „High“-Seins zu vermitteln.

Die Zirbeldrüse ist für diesen Prozess notwendig und hat eine unbestrittene Wichtigkeit als Quelle von bewusstseinsverändernden Stoffen. Es arbeitet mit dem Endocannabinoiden System und verschiedenen anderen regulierenden Systemen um unsere täglichen subjektiven Erfahrungen der Stimmung, Wachsamkeit und Schläfrigkeit zu kontrollieren. Und wenn wir andere externe psychoaktive Stoffe aufnehmen, kann dieser Prozess grundsätzlich verändert werden, manche davon sehr freudvoll für das Individuum!

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